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Arising Fear – Beyond Betrayal

By on März 21, 2014

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Arising Fear 2014

Wie ja bekannt sein dürfte, ist dies hier der Blog der Progressive Metal Band Dante und keine Homepage eines Musikmagazins in denen Rezensionen an der Tagesordnung wären. Aber hin und wieder ist das hier auch ein Ort, an dem wir uns herausnehmen euch besondere Bands vorstellen. Von denen ein oder gleich alle Mitglieder von DANTE so begeistert sind, dass wir ein paar Zeilen schreiben wollen. Und die unserer Meinung nach viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätten, als sie zur Zeit genießen. Eine dieser Bands, die ich seit einiger Zeit im Auge hatte sind die Augsburger Neo-Trasher ARISING FEAR, die in wenigen Tagen ihr Debutalbum „Beyond Betrayal“ veröffentlichen werden. In Eigenregie. Und wer von diesem Umstand ausgehend jetzt glaubt zu wissen, was da kommt – ein mehr oder weniger gut produziertes Album einer lokalen Band eben, mit limitierten handwerklichen Mitteln ihren Vorbildern nacheifernd deren Urheber voller Stolz ihren Freunden und ihren Familien mit halbgaren Songs auf den Geist gehen – der IRRT. Der irrt sich GEWALTIG.

Ein Donnerschlag

Beyond Betrayal Cover

Aber Hallo! „Beyond Betrayal“ – ein rundum gelungenes Debut auf internationalem Niveau

Das Coverartwork setzt schon das erste Ausrufezeichen und sagt viel über den Eigenanspruch der Augsburger aus. Es stammt von Patrick Wittstock bzw von AzraelDesign.Kennt ihr nicht? Na ja mal abwarten. Sollten ihr euch zu den Freunden harter musikalischer Töne zählen dann sei euch gesagt: das letzte Coverartwork des Albums VETO von HEAVEN SHALL BURN stammt ebenfalls von Azrael Design. Halbgare Sachen sind also ARISING FEARS Sache offenbar nicht. Gilt das auch für ihre Musik?

Kurz gesagt: Ja. ARISING FEAR wissen nicht nur genau was sie da tun – sie spielen versiert und quasi vom Start weg auf internationalem Niveau und legen mit „Beyond Betrayal“ ein Debutalbum vor, das packend zugreift und Freunde von z.B. Machine Head bereits mit wenigen Tönen von sich einnehmen dürfte.

Mit „Mantic Shape“ eröffnet ein Song das Album, der zunächst an den Einstieg von Panteras „The Great Southern Trendkill“ gemahnt, einen glänzenden Refrain auf den Tisch legt und dabei versiert mit kleinen Soli und perfekt platzierten Tempiwechseln aufwartet. Ups. Hier eifert eine Band nicht den Messlatten ihrer Vorbilder nach. Hier setzt eine unbekannte Band beinahe selbst welche. Nach diesem Nackenbrecher und Auftakt nach Maß legen ARISING FEAR mit „Beyond the Walls of Anger“ gleich das nächste Brikett in das bereits lichterloh brennende Feuer. Gemäßigter und kontrollierter aber nicht weniger überzeugend schütteln ARISING FEAR hier einen Song aus dem Ärmel der auch so manch etablierter Band des Genres mehr als gut zu Gesicht stünde. Nach diesen ersten 7 Minuten und 15 Sekunden musste ich erstmal auf Pause drücken, äh- klicken. Hatte ich da gerade wirklich den ersten Minuten eines Albums zugehört, das von einer lokalen Band aus Augsburg stammt? Ist mir vielleicht aus Versehen die neue Machine Head zugesandt worden? Und natürlich: werden ARISING FEAR dieses Niveau über Albumlänge durchhalten können? Tja – was soll ich sagen. Über ganz weite Teile ja. Ob die Songs nun in Form von Nackenbrechern wie „Day to Overcome“ oder „Losing Sanity“ daherkommen, in Form solider Stücke wie „Final Redemption“ oder „This Burden“ den Pulsschlag erhöhen oder dem Hörer bei Refrains wie dem von „Come Alive Again“ die Kinnlade gegen Boden fallen lassen – ARISING FEAR gelingt es auf „Beyond Betrayal“ ziemlich schlafwandlerisch auf der gesamten Klaviatur des Genres zu spielen als hätten sie nie etwas Anderes getan. Mit dem brillianten „Meltdown Rust“, das Fans der ersten Stunde durchaus ein Begriff sein dürfte, beschließt die Band schließlich ein durch und durch überzeugendes Album.

ARISING FEAR beweisen auf „Beyond Betrayal“ nicht nur ein gutes Händchen in Sachen Songwriting, sondern haben auch ein Gespür für Melodien und Ohrwürmer. Die stilistische Nähe gerade zur Band Machine Head mag unüberhörbar sein und ich würde dies als einzige wirkliche Schwäche des Albums bezeichnen. Wenn es denn eine ist. Denn wer sich genauer mit dem Album beschäftigt, der wird feststellen, dass „Beyond Betrayal“ auch eine große Eigenständigkeit diesbezüglich besitzt als dass die Musik von ARISING FEAR eigentlich das Erbe des gesamten Genres amerikanischer Prägung – angefangen von den Klassikern der 80er bis hin zu Machine Heads letztem Geniestreich „Unto the locust“ atmet und verarbeitet. Thrash der europäischen Schule schimmert hingegen nicht einmal im Ansatz durch. Dafür findet der in der Szene nicht eben beliebte Metalcore ab und zu Einzug in die Musik ARISING FEARS – irritierenderweise ohne das dies stören würde. Im Gegenteil. Dieser Einfluss bettet sich ganz organisch in die Kompositionen ein ohne aufdringlich zu sein. Die Gitarrenarbeit, verarbeitet Einflüsse von Pantera über Anthrax, Slayer, Machine Head, Vio-Lence, Overkill aber auch Iron Maiden ohne sich dabei zu widersprechen oder Gegebenes nur zu kopieren – und findet hier auf diesem Debut durchaus auch zu einer bereits bemerkbaren Eigenständigkeit. Innovation mag zwar, das sollte nicht unerwähnt bleiben, vielleicht nicht die große Stärke des Albums darstellen und ARISING FEAR definieren ihr Genre ganz sicher auch nicht neu. Wer aber auf modernen, kontrollierten und intelligenten Thrash Metal steht, der sich weder alten noch neuen Einflüssen verschließt – ist hier genau richtig und wird begeistert sein würde ich meinen.

Foto der Band Arising Fear

Arising Fear – in der Bundesliga angekommen.

Fazit: „Beyond Betrayal“ ist ein Album versierter Musiker geworden, das Staub aufwirbeln sollte und mit dem sich ARISING FEAR meiner Ansicht nach aus dem Stand heraus in die Bundesliga katapultiert haben. Das Album dürfte Anhängern des Metalcores ebenso gefallen wie fundamentalistischen Anhängern der guten alten amerikanischen Thrash Schule. Was an sich schon ungewöhnlich sein sollte. Das Album strotzt vor Energie, wurde in den Ratshole Studios von Thomas Meier amtlich und fett produziert, wartet mit einen tollen Artwork auf, transportiert die enorme Spielfreude einer Band die es wirklich wissen will, glänzt mit unaufdringlichen aber durchaus mal brillianten Hooklines und weiß über die gesamte Spielzeit zu überzeugen.

Da ich nun selbst bereits Zeuge davon war, dass ARISING FEAR ihr Handwerk auch live verstehen, bin ich mir ziemlich sicher, dass diese Band mit einem Album wie diesem im Rücken jeden Club in einen Hexenkessel verwandeln kann und auch wird.

Kaufempfehlung!

Arising-Fear-Band

Arising Fear – eine Band von der man noch hören dürfte

Eckdaten

Veröffentlichungstermin: 29.03.2014
Label: Eigenvertrieb
Artwork: AzraelDesign
Produktion: Thomas Meier / Ratshole Studio

Links

Zur Homepage von Arising Fear
Zur Facebook Präsenz von Arising Fear

Love & Respect

Alex

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