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Die eigene Homepage – die ersten Schritte

By on Mai 8, 2014

Im Artikel über die absoluten Grundvorraussetzungen für eine eigene  Homepage wurde Folgendes festgehalten: Jeder der aus welchen Gründen auch immer eine eigene Homepage betreiben will braucht einen Webhoster. Genauer gesagt braucht er einen Server bzw Serverplatz der im Internet jederzeit erreichbar ist. Natürlich kann man auch selbst einen Server betreiben wenn man will. Wer das will (und kann) dürfte sich aber kaum für einführende Texte wie diesen hier interessieren. Es sei nur erwähnt, falls jemand den Reflex verspürt meine Aussage (zu Recht) erweitern zu wollen.

Desweiteren braucht man eine einzigartige Webadresse. Wie z.B. www.maxmustermann.de. Diese lässt sich bei praktisch jedem Webhoster bequem bestellen und auch online überprüfen, ob die gewünschte Adresse schon vergeben ist oder nicht. Außerdem wurde festgestellt: Hat man einen Webhoster gefunden und eine Internetadresse gesichert so steht eine grundsätzliche Entscheidung an – versucht man selbst eine Homepage zu kreieren, beauftragt man damit eine Agentur oder einen guten Freund der das kann oder verlässt man sich auf „Out of the Box“ Systeme, die immer mehr Webhoster zu einem monatlichen Fixpreis anbieten. Egal welchen Weg man nun wählt um die Vision einer eigenen Homepage Wirklichkeit werden zu lassen – einem überzeugenden und erfolgreichen Webauftritt stand garantiert immer eine intensive Planungsphase voran. Zeit Ordnung in die Sache zu bringen.

Der Anfang – werde Dir bewusst was du erreichen willst

Ganz ehrlich: dies ist der wahrscheinlich wichtigste Punkt jeder Planung. Und selten beantwortet man diese Frage für sich selbst korrekt. Oft wundern sich die Menschen sogar wenn ich diese Frage stelle. Hatten sie mir das nicht gerade gesagt? Sie wollen eine Homepage? Warum ist dies nun so wichtig? Viele Menschen haben festgestellt, dass sie eine Homepage brauchen. Wissen aber im Grunde nicht wofür bzw. was sie konkret damit erreichen wollen.

Nicht jede Webpräsenz verfolgt dieselben Ziele – Homepage ist nicht Homepage. Und von der Beantwortung der Frage, was man eigentlich zu erreichen gedenkt hängt massgeblich die gesamte Planung der Webpräsenz, das Design, das Layout und auch der gesamte sogenannte Content (Texte, Bilder etc) ab. Dessen sind sich viele aber gar nicht bewusst. Das Geheimnis liegt in der Reduktion der Ziele – im Setzen von Prioritäten. Denn natürlich will ein jeder, vom Klempner bis zum Fotograf immer eine Homepage die „professionell“ ist, „modern“ aussehen soll, die Bilder sollen auf Nachfrage immer in der bestmöglichen Art und Weise präsentiert werden, informative Texte soll es natürlich auch geben und und und und – nur kosten soll es ganz wenig. Nun -das ist der kleinste gemeinsame Nenner aller, die man fragen würde was sie von ihrer Homepage erwarten. Leider führt das nicht weiter. Die Frage ist: was will man erreichen?

Denn: eine gute Webpräsenz ist in Wahrheit eine Kommunikationsstrategie. Und je nachdem wie diese geartet ist wird die Seite ganz anders aussehen um diese Strategie auch optimal umzusetzen. Es hat einen Grund, warum AMAZON ein völlig anderes Layout besitzt als etwa eine Tageszeitung. Oder die Seite eines Künstlers. Oder die Seite eines Handwerkers. Am besten setzt man sich erstmal hin und überlegt sich genau, welche Funktion die Seite eigentlich primär haben soll. Ist die Homepage eher wie eine Visitenkarte im Internet? Oder will man dort auch aktiv Produkte verkaufen?

Eine Webpräsenz verfolgt das Ziel Informationen bereit zu stellen. Eine gute Homepage verfolgt dabei eine Kommunikationsstrategie

Soll sie eine Art Showroom sein oder doch eher ein kleines Informationsportal? Welche Rolle spielen Texte, welche Rolle Bilder? Setzt euch Prioritäten. Schreibt sie auf. Und macht euch erst dann an die Arbeit. Ihr würdet auch keinen Katalog drucken lassen, um diesen eurem Gegenüber als Visitenkarte zu übergeben. Jede Webpräsenz sollte einen Zweck über die Feststellung „ICH BIN DA “ hinaus verfolgen. Ihr wollt, dass eure Homepage dafür genutzt wird mit euch schnell in Kontakt zu treten? Dann wäre eure Strategie: überzeugt mit kurzen prägnanten Inhalten die neugierig machen. Träfe dies auf euch zu, hättet ihr die obengenannte Frage schon beantwortet. Was willst Du mit der Homepage erreichen? Antwort: ich will die Menschen neugierig machen.

Schon seid ihr auf der richtigen Spur. Layout, Design und Content müssen sich nun diesem Ziel unterordnen. Und das wird auf andere Weise geschehen, als wenn eure Antwort lauten würde: Ich will die Leute informieren.

Der Content – die wichtigste Säule einer Website

Am Anfang steht der Content – der Inhalt. Der wahrscheinlich grundlegendste Denkfehler beim Erstellen einer Homepage liegt darin, sich von Anfang an in die Frage zu verbeissen, wie diese möglichst genau aussehen soll ( “ Ich will genauso eine Homepage wie der Konkurrent XY ) sich also mit Design und Layout zu beschäftigen – ohne tatsächlich bereits konkrete Inhalte zu haben. Ein erfahrener Webdesigner kann zwar auch diesen Weg beschreiten. Tut dies aber meist nur notgedrungen, da er zum Einen gelernt hat die Wünsche und Vorstellungen des Kunden zu erahnen bevor diese konkretisiert wurden.

Richtig ist: Gutes Design, gutes Layout richtet sich nach dem bekannten Inhalten und strukturiert diese ideal.

Vergesst also erstmal wie die Seite eures Konkurrenten aussieht. Vergesst erstmal eure Überlegungen wie ihr die Homepage am Ende technisch umsetzen wollt. Schafft erst einmal Inhalte. Eine Website ist auch nur ein Medium wie jedes andere auch – und auch Experten können nur bis zu einem bestimmten Grad für euch einen individuellen Webauftritt gestalten und programmieren, wenn die Inhalte nicht bekannt sind. Reduziert man eine Website auf den absoluten Kern – so bleibt kein kryptischer Quelltext oder ein perfektes Layout übrig – sondern der Inhalt. Aussagen, Texte und Bilder. Um diese zu sammeln, braucht es keinerlei Kenntnisse von Webtechnologien. Sondern nur euer Wissen um euer Vorhaben und um die Menge und Form der Inhalte, die ihr im Internet zu Verfügung stellen wollt. Es wird also Zeit für eine kleine Stoffsammlung.

Eine saubere Planung geht jeder guten Homepage voraus. Egal ob ihr diese dann technisch selbst umsetzt oder einen Dritten damit beauftragt.

Stellt euch erstmal ein paar Fragen: Was soll auf der Homepage stehen? Welche Navigationspunkte sind notwendig? Wie lang sollen / müssen die Texte sein? All dies muss über Kurz oder Lang beantwortet werden müssen.

Schnappt euch erstmal ein leeres Blatt Papier. Jetzt geht es ans Eingemachte. Natürlich könntet ihr jetzt erstmal alle wichtigen Punkte aufschreiben, von denen ihr wollt, dass der Besucher eurer Homepage sie sehen kann. Widersteht dieser Versuchung. Was ihr wollt sollte sekundär sein. Denkt umgekehrt und überlegt stattdessen, was ein Besucher eurer Seite denn von dieser erwarten würde. Überlegt euch wer eigentlich eure Website besuchen soll und warum er das tun sollte. Macht euch also Gedanken über eure ZIELGRUPPE. Was nützt es euch, wenn ihr eure Inhalte ganz toll findet – eure Zielgruppe aber absehbar nicht? Ihr würdet gar nicht glauben, wie oft das geschieht.

Also: Skizziert doch erstmal grob eure Zielgruppe. Wie alt sind eure Interessenten oder potentiellen Kunden im Schnitt? Welchem Geschlecht gehören sie mehrheitlich an? Haben sie vielleicht bestimmte absehbare Interessen? Versetzt euch also in die Lage eures Besuchers.

Schreibt dann erstmal die Punkte auf die ihr als Besucher in jedem Fall auf eurer Homepage suchen würdet. Reduziert dann diese erstmal auf die Allerwichtigsten. Versucht dabei nicht über SECHS bis maximal ACHT Punkte zu kommen. Kümmert euch nun erstmal um diese Punkte und schreibt Texte, schafft Inhalte. Jetzt seid ihr auf dem richtigen Weg. Und ganz nebenbei habt ihr eure Hauptnavigation bereits ziemlich genau definiert. Wahrscheinlich habt ihr während dieser Arbeit auch bereits festgestellt, wohin euch die Reise wahrscheinlich führen wird. Ihr kommt mit sechs Punkten nie im Leben aus? Nun – eure Homepage wird größer und muss entsprechend geplant werden. Ihr stellt fest, dass es Inhalte gibt, die in Zukunft wachsen werden? Dann werdet ihr eine flexible Layout- und Designlösung brauchen die es euch auch ermöglicht eure Webpräsenz in Zukunft problemlos zu erweitern. Ihr stellt fest, dass es gar nicht viel zu schreiben gibt sondern ihr eigentlich eher visuell arbeiten werdet? Der Fokus des Layouts und des Designs wird auf die visuelle Präsentation abzielen müssen.
Ihr stellt fest, dass ein Großteil eurer Zielgruppe gut über 40 Jahre alt ist? Dann wird die spätere Schriftgröße des Mengentextes für euer Design und euer Layout sehr wichtig werden.

Ihr seht schon: der Inhalt eurer Website bestimmt das Design und das Layout. Je mehr Content ihr präzise ausarbeitet, desto besser.

Im zweiten Teil geht es dann an das Planen und die Umsetzung des Layouts.

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