Computer & Co Off topic

PC gegen MAC – eine Meinung zu einem heissen Thema

By on März 29, 2011

Windows vs. OS X, PC gegen Mac.  Kaum eine Diskussion im IT-Bereich wurde in den letzten Jahren mit soviel Eifer und Verve geführt wie diese. Klingt nach einem Thema für Nerds?  Tja – im Kern wäre das wohl auch so. Wenn es nicht so ungemein schick geworden wäre Apple aus Prinzip toll zu finden. Seit der Einführung des I-Phones und des I-Pads vor einem Jahr diskutieren auch ganz „normale“ Leute über dieses Thema. Apple ist Lifestyle, Apple ist chic. Und ja – Apple Computer sind gut und empfehlenswert. Keine Frage.

Wenn es allerdings aber darum geht, welche Maschine im Zentrum  eines professionellen Workflows stehen sollte, hilft Zeitgeist und das Gefühl „chic“ zu sein wenig sondern spätestens dann sollte der gesunde Menschenverstand wieder die Oberhand gewinnen.

Die Marketingmaschinerie Apples positioniert sich seit Jahren sehr erfolgreich als die klügere Variante gegenüber dem PC. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich mag schon die Formel PC versus Mac überhaupt nicht. Warum? Weil es strenggenommen eine falsche Diskussion ist.  Die Gleichung PC ist Windows und ein MAC ist eben ein MAC darf nicht unwidersprochen sein. Denn sie ist falsch. Die zweiffellos sehenswerte Kampagne will ich aber niemanden vorenthalten:

Ich persönlich halte die Kampagne für wirklich genial. Aber: Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen aber sicher nicht bei den Marketingabteilungen irgendwelcher Firmen. Werbung soll euch manipulieren und zu einer bestimmten Haltung gegenüber einem Produkt bewegen. Ein sehr schönes Beispiel ist der Werbefilm von Apple in welchem unterstellt wird, der PC sei gut als Rechenkünstler, ein MAC dafür besser in Allem was „cool“ sei wie etwa Bildbearbeitung, Musik, Videoschnitt etc. Das ist, sorry, Werbegefasel. Entscheidend ist hier erstmal die Software die zur Anwendung kommt. Dann natürlich die Leistungsdaten des Computers. Ein Mac-Computer ist mitnichten in seiner Leistung bei bestimmten Anwendungen schneller oder besser als ein Windowsrechner. Erst recht kein I-Mac, der einem gleichpreisigen, auf Windows basierenden Desktop System immer unterlegen ist. Warum sollte ein Mac auc per Se signifikante technische Vorteile in Sachen Arbeitsgeschwindigkeit haben? In beiden Systemen können die gleichen Prozessoren verbaut werden. Vergesst sowas besser ganz schnell. Das gerade für Grafiker entscheidende Softwarepaket von Adobe (Photoshop & Co) läuft seit Ewigkeiten auf beiden Plattformen. Desweiteren ist ein Apple Computer laut Definition ebenso ein PC wie ein Computer von z.B. Dell und nicht nur das. Das Alleinstellungsmerkmal von Apple, faktisch auf einer tatsächlich anderen Hardwaretechnologie aufzubauen als gefühlt 99% aller anderen PC’s  ist auch dahin. Seit 2005 setzt Apple bei seinen Prozessoren ebenso auf  die X86 Architektur wie jeder andere sogenannte PC-Hersteller und nicht mehr auf die PowerPC Architektur.  Damit hat Apple alle Vorteile aber auch Nachteile dieses Systems übernommen. Eben jenes Systems, von dem sie sich so gerne und erfolgreich abgrenzen. Erst seit dieser recht radikalen Umstellung  ist der parallele Betrieb von Windows auf einem MAC  überhaupt erst möglich, da beide Betriebssysteme nun auf demselben Computersystem basieren. OSX hingegen ist auf einem anderen Computer, der nicht aus dem Hause Apple kommt so gut wie nicht lauffähig und das nicht etwa weil andere PC’s das nicht könnten sondern weil Apple das nicht will.

Bei der Diskussion rundum PC und MAC  geht es in der Praxis eigentlich um zwei Dinge. Zunächst einmal wäre da die Frage rundum das Betriebssystem. Der Mac setzt bekanntlich auf OSX. Zum Anderen um die Grundsatzentscheidung zwischen einem eher offenen Computersystem und einem eher geschlossenen wie es Apple anbietet.

Lasst euch auch bei der Wahl eures Betriebssystems nicht vom Marketing beeinflussen. Windows 7 ist ebenso wenig unpraktisch und instabil, wie OSX der Heilsbringer ist. Beide Systeme haben ihre Stärken und Schwächen. Man könnte nun ganze Aufsätze darüber schreiben wo im Einzelnen die Vorteile und Nachteile beider Systeme liegen – angefangen von der Schriftverwaltung bis hin zu den unterschiedlichen Dateissystemen nur um dann am Ende dann auch zwangsläufig über Linux reden zu müssen. Ich will es an dieser Stelle bei einer kurzen subjektiven Betrachtung belassen.

Zu den Stärken von OSX zählt meiner Meinung nach eindeutig die bessere Usability und das Look&Feel.  Wer Linux kennt, fühlt sich sofort zu Hause (kein Wunder basiert doch auch OSX im Kern auf Unix), Umsteiger von Windows kommen meiner Erfahrung nach sehr schnell mit dem System zu Recht. Viren werden so gut wie keine für OSX geschrieben. Was natürlich auch an der weltweit geringen Verbreitung des Betriebssystems liegt und nicht nur daran, dass Windows so unsicher wäre.  Ein  Nachteil vom OSX gegenüber Windows ist das im direkten Vergleich weit geringere Angebot an Software und insbesondere an Freeware. Ein regelrechter Mangel herrscht jedoch nicht. Nur was Spiele betrifft muss man klare Abstriche machen. Desweiteren kann OSX nur mit wenigen, von Apple definierten Hardwarekonfigurationen umgehen. Mit ein Grund, warum OSX auf einem handelsüblichen Computer, der nicht von Apple stammt, nicht installierbar ist.

Waehrend Windows der perfekte Allrounder ist, empfiehlt sich OS X als eleganter Spezialist mit leicht eingeschraenkter Softwareauswahl aber hervorragender Usability

Im Gegensatz zu OSX kann Windows mit den unterschiedlichsten Hardwarekonfigurationen umgehen. Hier ist der Anwender vollkommen flexibel. Eine neue Grafikkarte muss her? Aussuchen, kaufen und einbauen.Kein Problem. Man kann weiterhin mit Fug und Recht behaupten, dass Windows in Sachen Software ein Alleskönner ist. Man kann sich sicher sein, dass praktisch jede am Markt erhältliche Software installier – und ausführbar ist  –  mit Ausnahme der Software, die exklusiv für den Mac konzipiert wurde wie etwa Final Cut oder Logic Pro. Auch wenn man an dieser Stelle vorsichtig mit Generalisierungen sein sollte, lässt sich jedoch tendenziell  folgende Faustregel aufstellen: Je schlechter und billliger die Komponenten, desto wahrscheinlicher werden Abstürze des Betriebssystems. Gegen schlecht programmierte Treiber eines Drittherstellers kann Windows wenig ausrichten. Dies ist der Preis für die große Flexibilität von Windows. Instabilitäten werden seitens der Anwender allerdings  meist Windows angelastet selbst wenn ein Hardwarekonflikt oder gar ein Hardwareschaden vorliegt. Eigenartigerweise ist aber gerade der durchschnittliche MediaMarkt Kunde nicht bereit für Qualität mehr Geld zu bezahlen. Die Devise lautet schneller, billiger und Geiz ist geil. Was zu der unguten Situation geführt hat, dass die Hersteller der Nachfrage entsprechend versuchen, immer den schnellsten Prozessor in ein System zu knallen, welches dann als „Volks-PC“ zu einem Kampfpreis in die Regale gestellt wird. Um diesen Preis zu ermöglichen wird an entscheidenen Komponenten gespart. Mainboard, RAM und insbesondere das Netzteil sind oft Ramsch. Genau hier macht Windows dann gerne eine Grätsche: und der Kunde meint das böse Windows sei an Allem schuld.

Ich habe ja schon erwähnt, dass neben den unterschiedlichen Betriebssystemen der Hauptunterschied zwischen einem Mac-System und einem „herkömmlichen“ PC darin besteht, dass Apple ein geschlossenes Computersystem anbietet, was mit einer gewissen Inflexibilität einher geht.

Was hat es damit auf sich? Die große Stärke der Macs ist ja angeblich ihre Stabilität. Dies liegt unter Anderem darin begründet, dass Apple nur wenige Hardwarekomponenten aktiv unterstützt und durch den Einsatz eines eigenen Betriebssystems unterstützen muss. Dies führt dazu, dass ein MAC im Großen und Ganzen sauber programmierte Treiber von Haus aus mitbringt und man darf annehmen, dass das Zusammenspiel aller Komponenten ausgiebig getestet und optimiert wurde.  Das macht einen Mac nicht zwingend schneller, aber in der Theorie stabiler.

Was die Praxis angeht, so kann ich nur aus eigener Erfahrung sprechen. Ich arbeite mit Grafikprogrammen und im Videoschnitt sowohl an einem selbstkonfigurierten Windows-PC als auch an einem MAC-System. Sie geben sich in Sachen Stabilität gar nichts. Fans von Benchmarks sei gesagt, dass mein Windowsrechner bei vergleicherbarer Hardware auf dem Papier schneller ist, obwohl er deutlich billiger war. Also 1:0 für Windows?

Nein. Denn um meinen Windowsrechner so „gut“ zu machen, war eine Menge Vorarbeit und auch Know How von Nöten. Das fing bei der Suche nach geeigneten Hardwarekomponenten an (sehr großer Zeitaufwand) und hörte bei der sauberen Einrichtung des Betriebssystems inklusive aller Treiber auf (war ich auch ne Weile beschäftigt). Was bei einem Windowssystem der Idealfall ist, bringt ein MAC-System hingegen ab Werk mit. Ein Apple Computer läuft meiner Erfahrung nach einfach von Anfang an „rund“. Gerade im professionellen Bereich ist dies ein sehr großer Mehrwert. Es erspart dem Anwender Zeit und damit Geld.

Mein Fazit: Überlegt euch, wozu ihr einen Computer braucht. Seid ihr Computerbastler, lasst die Finger von Apple. An einem MAC schraubt man nicht ohne Not herum. Testet mit kühlem Kopf einen Mac bei einem Freund oder in einem Apple-Store und schaut ob ihr mit OSX zurecht kommt. Wollt ihr euren Computer professionell für Audiorecording, Grafkbearbeitung und / oder Videoschnitt einsetzen dann überlegt, wie ausgeprägt euer Know How in Sachen Computer ist. Je weniger ihr euch mit Hardware,  Treibern etc auskennt, desto eher solltet ihr euch für einen MAC entscheiden. Gehört ihr hingegen zu denjenigen, die eine neue CPU-Architektur schon blind aufzeichnen könnten, bevor es sie überhaupt zu kaufen gibt, dann könnt ihr durch Einsatz eurer Zeit und eures Wissens einen stabilen Windows Rechner zusammenstellen, der günstiger und meist schneller ist als ein vergleichbares Mac System und dabei ebenso stabil seine Arbeit verrichtet wie dieses. Zum Abschluß noch ein absolut sehens- und hörenswerter Beitrag zum Thema. Every OS sucks! So ist es!

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13 Comments
  1. Antworten

    Leon

    März 30, 2011

    Auf meinem Iphone sieht dein Blog irgendwie seltsam aus.

    • Antworten

      Alexander Göhs

      März 30, 2011

      Hallo Leon,

      vielen Dank für Deine Info, sowas ist Gold wert wenn man kein I-Phone hat. Der DanteBlog befindet sich noch in der Aufbauphase und ist für mobile Endgeräte bis jetzt noch nicht abgestimmt und ist erst recht nicht dahingehend optimiert.

      Vielleicht kannst Du nur kurz umreissen, was das „Seltsame“ ausmacht. Sind die Artikel überhaupt noch lesbar?

      Liebe Grüße und nochmal vielen Dank für diesen wichtigen Hinweis.

      Alex

  2. Antworten

    Frank

    April 4, 2011

    Endlich mal ne Meinung die halbwegs um Objektivität bemüht ist. Für mich persönlich ist Apple einfach zu teuer für einen ach so coolen Computer, der dann nur Spiele ausführen kann, die wirklich jede Sau längst kennt – aber dann mindestens zwei Jahre alt sein müssen. „Hi Mac was machst Du denn heut abend am Feierabend so?“ „Och coole Sachen machen wie Homepage basteln (sehr cool) Bilder bearbeiten (schnarch), Filme schneiden (ja genau…) und Du? “ „Ich schau erstmal schön im Internet und dann zocke ich so richtig geile Spiele in Topgrafik.“

    Gute Nacht, MAC!

    • Christian Eichlinger
      Antworten

      Chris

      April 5, 2011

      Ich sehe das ganz einfach. Wenn man spielen möchte dann ist man mit einem PC sehr gut aufgestellt. Wenn jedoch ein verlässliches Arbeitsgerät möchte ist man beim MAC einfach an der richtigen Adresse. Einschalten – Arbeiten – Ausschalten.
      Ich persönlich habe noch nie zur Spiele Generation gehört was den PC betrifft, von daher für mich ganz klar Arbeitsgerät und so ganz klar MAC. Die Annahme das ein MAC viel teurer sei als ein PC ist auch nicht wirklich richtig. Ich habe mir PCs auf Herstellerseiten zusammen gestellt, die die gleichen DATEN erfüllten wir der MAC. Unterm strich war dann nicht mehr wirklich viel um:)

      Guten Morgen MAC, aufstehen es gibt wieder arbeit für dich:)

      • Antworten

        Nerd

        April 13, 2011

        Dieselben DATEN??? Dann hast Dir aber einen sogenannten Hackintosh zusammenstellen lassen. Also eben doch einen PC, auf dem halt OSX lauffähig ist. Woran man ja sieht, dass Apple teurer is als es sein müsstre. Somit stimmt die Annahme eben doch. Korrekterweise müsstet Du dann sagen:

        Guten Morgen PC AUF DEM OSX läuft, es gibt wieder Arbeit für Dich.

        • Christian Eichlinger
          Antworten

          Chris

          April 13, 2011

          Ähm nein wie kommst du drauf?
          Ich habe die Punkte, Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplatten auf verschiedenen Hersteller seiten zusammen gestellt mit dem Ergebnis das Apple nicht mehr wirklich teurer war allein dahingehend.

          • Alexander Göhs

            April 13, 2011

            Ich glaub er meint ob Du von einem darauf spezialisierten Reseller einen Computer hast zusammenstellen lassen, der wie ein Apple aussieht, aber eben Komponenten verwendet, die so nicht bei Apple selbst zu kaufen sind – aber nachweislich kompatibel zu OSX sind. Das könnte sogar ein Händler sein, der in Sachen Gehäuse etc von Apple tatsächlich beliefert wird.

            Wäre dem so, zählt das Argument „Apple ist gar nicht so teuer“ aber tatsächlich nicht mehr – denn dein Computer wäre dann strenggenommen eben nicht aus dem Hause Apple – sondern ein PC / Notebook auf dem OSX lauffähig ist und der in Sachen Design identisch ist. 😉 Keine Ahnung ob es sowas gibt.

    • Antworten

      IT-Fritze

      April 5, 2011

      Ich halte einen Mac auch nicht für zu teuer. Sicher, man zahlt sicher ein wenig fürs Design drauf – das aber jeden Cent wert ist. Der Irrtum eingefleischter Macianer besteht halt darin, dass sie unbedingt der der Meinung sein wollen, das Beste Arbeitsgerät vor der Nase stehen zu haben das der Markt hergibt und normale PC’S immer zu abstürzen würden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diejenigen, die diese Ansicht vertreten, meist dabei keinen blassen Schimmer von der Hardware haben oder davon, wie ein Computer überhaupt
      funktioniert. In Wahrheit sind sie einfach nur von OSX angetan. Das ist ja auch ok.

      Wenn ich aber eine unter Windows gut funktionierende Systemkonfiguration zusammenstelle und dann nichts mehr hardwareseitig anfasse,habe ich ebenso den beschriebenen Effekt: Anschalten, Arbeiten, Ausschalten und alles geht. Festplatten können beim Mac genauso abrauchen wie in jedem anderen Gerät- ist also auch kein Argument. In der Agentur in der ich arbeite haben wir Jungs und Mädels von der IT jedenfalls in Sachen Hardwareschaden mit Macs mehr Probleme als mit den (ungefähr gleich teuren) Windows PC’s. Gerade die I-Macs sind keineswegs das Gelbe vom Ei, wie immer angenommen wird. Macs fallen genauso aus. Und der Support seitens des Herstellers ist dann diesbezüglich keineswegs besonders vorbildlich.

      • Christian Eichlinger
        Antworten

        Chris

        April 8, 2011

        Das habe ich ja auch oben beschrieben. Klar ist MAC kein Allheilmittel, aber wie du schon oben beschrieben hast, MAC hat nun mal ein schöneres Betriebssystem. Von den IMAC bin ich meinerseits jetzt auch nicht so begeistert, ich setzte auf MAC Book Pro oder dann gleich auf einen MAC Pro. Bezüglich des Supports kann ich keine Aussage treffen, da ich nicht bei Apple direkt bestelle sondern bei einem IT Großhändler, wenn etwas nicht funktioniert wende ich mich direkt an diese Herren und hier hatte ich bis jetzt immer einen Vorbildlichen Service:)

        P.S. seit einem Jahr läuft mein MAC Book ohne Tadel, ist immer noch genau so schnell wie am anfang und es macht nach wie vor Spaß;)

        • Antworten

          Nerd

          April 13, 2011

          OSX ist gut. Apple verhindert allerdings die Nutzung von OSX auf einem PC eines anderen Herstellers. Was ich persönlich zum Ko…. finde. Gott was machen die fürn Aufstand wenn sie über Windows herziehen von wegen: Schwierig zu installieren, bei Updates wird neue Hardware fällig (was keineswegs grundsätzlich der Fall ist), alles schrecklich kompliziert etc. etc.

          Möchte mal wissen was passieren würde, wenn OSX wie Windows für alle X86 Plattformen freigegeben wäre und nicht nur für eine Handvoll möglicher Hardwarekonfigurationen. Dann wärs mit der so hochgelobten Stabilität garantiert vorbei und Apple könnte sich vor lauter Beschwerdemails gar nicht mehr retten, wetten?

          • Christian Eichlinger

            Chris

            April 13, 2011

            Nun ja ich bin froh das das nicht der Fall ist wie du sagst, den so bleibt weiterhin alles stabil und die Komponenten die ich auswählen kann reichen mir. Wie schon gesagt ich will arbeiten und nicht mir überlegen müssen was ich brauche damit Windows dann auch so gut und stabil läuft. Dafür habe ich keine Zeit ehrlich gesagt. Inwiefern nach Freigabe auf allen Handelsüblichen PCs nichts mehr funktionieren würde oder eine Flut an Beschwerdemails auf Apple stürzt kann ich nicht sagen, weil man es nicht weiß. Was natürlich klar ist wenn du eine Handvoll Komponenten hast und auch die Programmierung dementsprechend darauf abstimmen kannst, dass du wenig bis keine Probleme hast ist ja wohl klar.

  3. Antworten

    Michael Neumeier

    April 13, 2011

    Hi Alex und an alle Dante-Blogger,

    Nachdem ich jetzt endlich mitbekommen habe, dass es einen Dante-Blog gibt und dann gleich auch für mich noch so einen interessanten Artikel drin, bin ich gleich erstmal doppelt begeistert.

    Ich möchte nur kurz schildern, warum ich mir hier aus meiner Sicht eine Meinung erlauben kann: ich Wechsel als ITler zwischen Win, Mac und Linux hin- und her. Deshalb denke ich, dass ich alle 3 Welten sehr gut kenne und gebe nun meinen Senf hinzu. Für Kritik bin ich allerdings immer offen.

    Dieser Artikel spiegelt im wesentlichen meine Meinung wider, im Speziellen die Emfehlung am Schluss, zu welchem System man greifen sollte – ich hätte es nicht besser als Alex sagen können. Auch der Abschnitt, in dem es darum geht, dass MACs einfach innerhalb von sehr kurzer Zeit produktiv zu verwenden sind, stimmt soweit. Allerdings geht mir hier ein Aspekt ab: was ist denn nun aus Benutzersicht der wesentliche Unterschied zwischen Windows und MAC? Aus meiner Sicht ein ganz prinzipieller: Während Microsoft von Anfang an den Weg verfolgt hat, möglichst alle Geräte und mögliche Setups zu unterstützen, hat man sich bei Apple wohl um die Bedienbarkeit der Geräte gekümmert. Dass dies dazu geführt hat, dass MACs ein eher geschlossenes System sind, ist hier wohl leicht in Kauf zu nehmen. Ein gerne verwendetes Beispiel von mir: Meine Mutter ruft mich an, wenn sie 14 Tage Ihren Windows-PC nicht verwendet hat, um mich zu fragen, wo man das Ding denn einschalten kann. Als sie hingegen neulich 5 Minuten mein iPhone in der Hand hatte, schloss sie mit der Aussage „das Ding kapier ich“. Und gerade aus dem Grund, dass sie bei einem normalen PC so unbedarft ist, macht sie aus meiner Sicht bei ihrer Aussage über das Smartphone von Apple umso glaubwürdiger.

    Die Frage lautet also: Sollen wir es akzeptieren, dass wir eine leichtere Bedienbarkeit bekommen, wenn dies auf die Kosten der Offenheit geht? Mitnichten ist die Antwort einfach. Denn wo liegt denn dann die Grenze, die mir für einfache Benutzung das Denken abnimmt? Die Literatur ist voll von solchen Thematiken und wir können von daher nicht behaupten, wir wären nicht rechtzeitig gewarnt worden, wenn ein paar wenige das Denken für die Mehrheit übernimmt. Ich selbst will hier nicht in Paranoia verfallen, doch sollten wir diesen Punkt keinesfalls aus den Augen verlieren.

    Und damit will ich zu dem dritten Betriebssystem kommen, das hier immer nur kurz erwähnt wird: Linux. Eines vorneweg: ich selbst sehe Linux nicht als Lösung für alles, ich stehe selbst vielen Dingen in dieser Community sehr skeptisch gegenüber. Allerdings sollte man in diesem Zusammenhang sich mit Richard Stallman beschäftigen, der zu dieser Thematik eine sehr gute Ausführung gemacht hat: seine Meinung, wie „Freiheit“ in der Open Source Welt zu betrachten ist. Ich kann hier seine Meinung schlecht wiedergeben, aber ich emfehle allen, sich mit seiner Aussage auseinanderzusetzen. Auch wenn ich nicht mit allen seinen Aussagen folge, so hat er mit einigen Dinge doch recht. Seine damalige Rede schloß er mit den Worten, dass Freiheit bei Open Source „nicht im Sinne von ‚Freibier‘ sondern im Sinne von ‚freier Rede'“ zu verstehen ist.

    Diese Idee sagt uns letztendlich folgendes: lasst uns frei in der Wahl des Systems sein und bleiben. Dies ist zu einem großen Teil die Aufgabe von uns Anwendern. Und wenn wir es wie in dem Artikel von Alex noch schaffen, uns gegenseitig nicht schlecht zu reden, dann haben wir viel erreicht.

    Grüße,
    Der Ex-Bassist und ITler

    • Antworten

      Alexander Göhs

      April 13, 2011

      Hi Du,

      schön von Dir zu hören bzw. zu lesen – und merci für Deinen mehr als lesenswerten Kommentar. Richard Stallman ist mir zwar ein Begriff – aber wirklich auseinandergesetzt habe ich mich damit noch nicht. Werde ich baldigst nachholen. 🙂

      Obwohl ich übrigens ein ziemlicher Linux-Fan bin, spätestens seit der Ubuntu Distribution, ist Linux halt auch nachteilig für Grafiker und auch Musiker – eigentlich für fast alle am Computer kreativ Tätigen – ganz wesentliche Anwendungen, die man im professionellen Umfeld fast schon zwingend benötigt sind leider nicht lauffähig. Nur deshalb habe ich Linux thematisch absichtlich außen vor gelassen.

      Liebe Grüße

      Alex

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