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Slayer – Jeff Hanneman ist tot

By on Mai 3, 2013

Foto under creative common licence by Gabriele

Jeff Hanneman, der Gitarrist von Slayer ist im Alter von nur 49 Jahren an Leberversagen gestorben. Wie der Rock Hard vermeldet ist noch nicht bekannt, ob ein Zusammenhang mit dem Spinnenbiss, durch den sich Hanneman im Januar 2011 eine gefährliche Bakterieninfektion zugezogen hatte und seinem Tod besteht.(Quelle: Rock Hard / Homepage)

Puhhh. Das ist hart. Als ich ich heute früh von seinem Tod auf den Seiten der „Zeit“ erfuhr, musste ich erstmal tief durchatmen um nicht unkontrolliert nach Luft zu schnappen. Nicht nur weil Hanneman zusammen mit Slayer zweiffellos zu den einflussreichsten Musikern des Genres gehörte, sondern auch oder gerade weil er ein Held meiner Jugend war. Im Moment ziehen im Zeitraffer unzählige Erinnerungen an diese Zeit an meinem inneren Auge vorbei. Der Moment, als ich als 14-jähriger Metalfan zum ersten Mal einen Slayer Song hörte (das war „Hell Awaits“) und ich völlig irritiert und mit wachsender Begeisterung die Repeat Taste meines CD Players drückte – fest entschlossen am nächsten Tag mir ein Album zuzulegen. „Hell Awaits“ war nicht vorrätig – also habe ich „Reign in Blood“ gekauft. Das sollte ja „gut“sein, wie mir ein Schulhofkollege gesagt hatte. Tja. Es gibt nicht soviele Alben die im Leben eines Musikfans dessen ganzen musikalischen Kosmos auf den Kopf stellen können. „Reign in Blood“ war so ein Album für mich. Das Album war im wahrsten Sinne des Wortes unerhört. Alles was Venom, Metallica, Exodus und Slayer selbst bis dato veröffentlicht hatten verblasste schlagartig hinter diesem Monster. Dieses Werk ist ein musikalisches Erdbeben zwischen Präzision und gewolltem Chaos, brutal ja – aber auf eine ganz und gar bösartige Art und Weise auch poetisch. Das war neu, aufregend und innovativ. Man kann „Reign in Blood“ objektiv betrachtet im Nachhinein nur als revolutionär bezeichnen, wenn man den enormen Einfluss bedenkt, den dieses Album auf die Entwicklung der Metalszene letztlich hatte. Es war revolutionär wie nur ganz wenige Alben der Musikgeschichte. Wenn auch auf eine sehr, sagen wir mal, ungemütliche Art und Weise. „Angel of Death“, „Altar of Sacrifice“, „Raining Blood“ – das sind Songs von Jeff Hanneman. Sie haben das Genre verändert und die Weichen für ungezählte Bands über Jahrzehnte gestellt. Und noch über Jahre hinweg, waren Hannemans Kompositionen Vorbild und Messlatte für eine ganze Generation von jungen Musikern, die den Sound von Slayer in seiner Brutalität, Geschwindigkeit und Präzision zu übertreffen suchten.“Reign in Blood“ – das war seinerzeit nichts weniger als ein Meisterwerk.

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Jeff Hanneman ist im Alter von nur 49 Jahren an Leberversagen gestorben.Foto by By Victoria Morse [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Ich erinnere mich, wie ich mit 16 Jahren in der ersten Reihe eines Slayerkonzertes stand und voller Begeisterung nicht mehr wusste wo oben und unten ist. Und mir Jeff Hanneman, in Anerkennung meiner begeisterten spastisches Zuckungen ein Lächeln schenkte. Was für einen jungen Fan, der ich nunmal war, wenigstens für einen Tag die Welt bedeutete. Das unbedingte „Fansein“ ist im erwachsenen Alter natürlich eher einer kritischen Betrachtung der Dinge gewichen. Aber der ungeheure Respekt vor Slayers Schaffen- und damit eben auch zu einem großen Teil vor Hannemans Arbeit – hat sich über zwei Jahrzehnte bei mir konserviert wie nur bei wenigen Bands dieser Ära. Und ich habe seitdem jedes Slayer Album, auch die weniger guten, mit Interesse verfolgt. Das gilt uneingeschränkt bis heute.

Mit Jeff Hannemann hat die Musikwelt einen Visionär und Meister seines Genres verloren. Wir, DANTE, sind zutiefst geschockt. Unsere Gedanken sind an diesem Tag bei seinen Freunden, Bandkollegen und insbesondere seiner Familie.

Am Ende dieses Artikels möchte ich auf eine Coverversion des Songs „Raining Blood“ von Tori Amos verweisen sowie eine wunderbare Interpretation des Slayer Songs „Seasons in the Abyss“ durch die Band Hellsongs. All denjenigen unter euch, denen das musikalische Genre, in dem Hanneman zu Hause war, zu hart und unverständlich ist, dürften diese Versionen eindrucksvoll vermitteln, wieviel Substanz und Tiefgang die Songs von Slayer im Kern haben. Ich lege jetzt „Reign in Blood“ und danach „Seasons in the Abyss“ auf.

In diesem Sinne: Ruhe in Frieden!

Das letzte Wort gehört Slayer, die am 02.05.2013 um 0.03 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf ihrer Facebook Seite folgendes mitteilten:

Slayer is devastated to inform that their bandmate and brother, Jeff Hanneman, passed away at about 11AM this morning near his Southern California home. Hanneman was in an area hospital when he suffered liver failure. He is survived by his wife Kathy, his sister Kathy and his brothers Michael and Larry, and will be sorely missed.

Our Brother Jeff Hanneman, May He Rest In Peace(1964 – 2013)“

Love and Respect,

Alex (DANTE/ vocals)

Quellen:

Die Zeit
Rock Hard
Der Spiegel

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